Wenn Automobilhersteller ihren Kunden ein einzigartiges Nutzer- und Fahrerlebnis bieten wollen, muss dies heute die Qualität der eingesetzten Software einschließen. Von Beginn an. Die Entwicklung und Simulation am digitalen Zwilling gewinnt daher auch in der Softwareentwicklung schnell an Bedeutung. Wie lässt sich das realisieren?

Die Anzahl der Lines of Code im Auto wächst kontinuierlich. Nicht zuletzt, weil verstärkt innovative Mechanismen wie das autonome Fahren unterstützt werden. Über das Kundenerlebnis im Automotive-Bereich entscheidet aber nicht nur die Software im Auto selbst. Vielmehr existieren viele Interaktionen des Autos mit Backend-Systemen. Hierzu zählen etwa die Kommunikation des Wagens mit Werkstätten, die Bedienung von Apps oder die Integration in umfassende Lösungen für die Mobilität wie Sharing-Lösungen oder die Vernetzung von Teiletappen mit Bahn, Flugzeug oder Hotelübernachtungen. Bei dieser schnell steigenden Komplexität verwundert es nicht, dass Softwareschwächen heute Produkteinführungen verzögern oder die Beurteilung von Fahrzeugen durch (potenzielle) Kunden stark beeinflussen können.

Was bringt der digitale Zwilling?

Übertragen wir das Prinzip des digitalen Autozwillings auf die Softwareentwicklung, wird zweierlei geschaffen: ein digitaler Repräsentant als Prozessmodell einer Syntax, die sowohl Business- als auch Endkunden verstehen sowie eine Simulation mit einem Walkthrough, bei dem Daten durch das Prozessmodell verfolgt und das Verhalten dokumentiert werden. Die konsequente Anwendung dieser Vorgehensweise stiftet erheblichen Nutzen: Anforderungen werden auf das Notwendige verschlankt, Testfälle automatisch generiert und eine agile Entwicklung im Sinne des Behaviour-Driven Development ermöglicht.

Im Zentrum der Werkzeugkette steht der Expleo Digital Connector

Meine Meinung: Gerade bei der Arbeit mit dem digitalen Zwilling kann auf modellbasierte Ansätze und professionelle Modellierungswerkzeuge nicht verzichtet werden. Der große Vorteil der gängigen Modellierungswerkzeuge am Markt sind offene Schnittstellen, um modellierte Informationen abzurufen und zu verändern. Genau hier kommt der Expleo Digital Connector ins Spiel. Er bildet den zentralen Knotenpunkt, der unterschiedlichste Werkzeuge miteinander verbindet, um die Nachvollziehbarkeit, Konsistenz und Kohärenz der Informationen sicherzustellen oder neue Informationen und Daten zu generieren. Somit werden vom Expleo Digital Connector Daten mit Prozessen zur Durchführung von Simulationen verbunden, entsprechende Testfälle generiert und danach in Testmanagementwerkzeuge exportiert. Zusätzlich kann der Expleo Digital Connector Verknüpfungen zwischen Geschäftsobjekten und Testfällen erzeugen, sodass Anwender, beispielsweise Business Analysts oder Test Engineers, durch die einzelnen Module des digitalen Zwillings navigieren können. Die Methode der Testfallgenerierung beschränkt sich dabei nicht nur auf Geschäftsprozesse, sondern kann auch auf Aktivitätsdiagramme, die zu einem Anwendungsfall (Use Case) gehören, angewendet werden.

Fazit

Mit Hilfe des Digital Connectors und Expertenunterstützung von Expleo werden die Werkzeugketten für den digitalen Zwilling miteinander verbunden und lassen sich den jeweiligen Unternehmenskontexten anpassen. Damit schließt der Expleo Digital Connector bestehende Lücken in den Werkzeugketten. Die Arbeit mit dem digitalen Zwilling wird deutlich einfacher, flexibler und damit der Entwicklungsprozess letztlich effizienter.

Dr. Kai-Uwe Gawlik, Head of Solution Architecture, Business Strategie & Innovation

Sie wollen mehr wissen? Detailliertere Informationen finden Sie in unserem Fachbeitrag, erschienen im SQ Magazin, oder schreiben Sie mir eine E-Mail: kai-uwe.gawlik@expleogroup.com

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