Paris, 28. April 2020.

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Hallo, Gérard.
Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Ihnen?

Mir geht es gut, vielen Dank. Wie Sie wissen, lebe ich in Frankreich, wo aktuell sehr strenge Lockdown-Maßnahmen gelten. Glücklicherweise lebe ich mit meiner ganzen Familie zusammen. Wir sind neun Personen, insgesamt drei Generationen. Allerdings mache ich mir viele Gedanken um meine Mutter, die allein in einem Altersheim lebt, und um meine Tochter, die als Ärztin an vorderster Front arbeitet. Natürlich bin ich sehr stolz auf sie, aber ich mache mir auch Sorgen.

Was sind Ihre Prioritäten als Chief People Officer in diesen außergewöhnlichen Zeiten?

Ich habe im Moment zwei Prioritäten: unsere Mitarbeitenden zu schützen und gleichzeitig unser Unternehmen in dieser Krise abzusichern. Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist mein oberstes Anliegen. Ich denke hier vor allem an diejenigen, die vor Ort bei unseren Kunden arbeiten oder wieder dorthin zurückkehren, wenn ein Arbeiten von zu Hause aus nicht möglich ist.

Ich möchte dieses Engagement für unsere Kunden und die Fortführung unserer unternehmenskritischen Dienstleistungen ganz besonders würdigen. Es ist unsere erklärte Aufgabe, gemeinsam mit dem Management auf Kundenseite sicherzustellen, dass alle notwendigen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt und korrekt befolgt werden.

Wie hat sich Covid-19 auf das operative Geschäft von Expleo ausgewirkt?

Für jeden von uns bedeutet diese Pandemie einen Schritt ins Ungewisse. Ich bin unglaublich stolz darauf, wie schnell wir uns trotz der großen Unsicherheit anpassen konnten.

Ich bin es gewohnt, aus der Entfernung mit Teams in unseren 30 Ländern zu arbeiten. Für viele Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies jedoch eine große Veränderung. Viele bei Expleo haben ihre Arbeitspraktiken digitalisiert – nahezu über Nacht – und insgesamt funktioniert es jetzt sehr gut.

Wir haben es geschafft, unsere Services überall dort aufrechtzuerhalten, wo sie gebraucht werden und so unseren Kunden dabei zu helfen, durch diese Krise zu navigieren. Unsere Agilität war der entscheidende Faktor, um in dieser schweren Zeit schnell auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren zu können.

Gemeinsam haben wir gezeigt, dass flexibles Arbeiten sehr effizient sein kann, was meiner Meinung nach auch viele Möglichkeiten für die Zukunft bietet.

Wie gehen Sie mit dem Stress und den Ängsten der Expleo-Mitarbeiter in diesen außergewöhnlichen Zeiten um – besonders da der Lockdown in den meisten Ländern, in denen wir tätig sind, zur neuen Normalität geworden ist?

Ich bin mir der negativen Aspekte von Remote-Arbeit sehr wohl bewusst. Das Gefühl der Abgeschiedenheit kann sich mit der Zeit verschlimmern, insbesondere bei extravertierten Menschen oder bei den derzeit beurlaubten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir müssen regelmäßigen Kontakt halten und auf die am stärksten Betroffenen zugehen.

Wir haben alle im Unternehmen, einschließlich der Führungskräfte, dazu aufgerufen, mindestens zweimal pro Woche miteinander in Kontakt zu bleiben und unsere globale Expleo-Gemeinschaft zu stärken.

Unsere Personal-, Kommunikations- und IT-Teams stimmen sich ab und stellen sicher, dass die richtigen Instrumente vorhanden sind und Mitarbeiter kontinuierlich informiert werden. Die Einrichtung von länderübergreifenden Informationsplattformen zum Thema Covid-19 oder die regelmäßigen Webcasts für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen weltweit sind zwei Beispiele für solche Initiativen.

Dazu gehört auch, dass wir unsere Länderniederlassungen ausdrücklich dazu ermutigt haben, Mitarbeitern bei Bedarf Zugang zu psychologischer Unterstützung, beispielsweise über Hotlines, zu ermöglichen.

Haben Sie abschließend noch einen Rat, wie man gut durch den Lockdown kommt?

Ich persönlich koche wieder mehr – dabei kann ich gut abschalten. Und dann essen wir alle gemeinsam, das ist immer ein ganz besonderer Moment. In der Familie haben wir einen freundschaftlichen Kochwettbewerb begonnen. Das macht Spaß, ist allerdings nicht so gut für meine Taille.