Wie sieht ‚Erfolg‘ heutzutage aus?

Wenn Sie einem Kunden mitteilen würden, dass das Projekt, mit dessen Management er Sie beauftragt hat, innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens und Budgets fertiggestellt wird, wäre dieser wahrscheinlich höchst erfreut. Leider wird bei diesem Szenario aber oft das Thema ‚Qualität‘ außer Acht gelassen, welches jedoch meiner Meinung nach in der heutigen digitalen Geschäftswelt gleichwertig behandelt werden sollte. Es ist richtig, dass Projekte durch Kompromisse bei der Qualität oft schneller und kostengünstiger abgeschlossen werden. Diese erhöhen allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Wochen oder Monate später andere Probleme auftreten. Natürlich können Sie den Entscheidungsträgern nicht zum Vorwurf machen, dass sie so denken – schließlich stehen Unternehmen heutzutage stark unter Druck, Innovationen voranzutreiben, die digitale Transformation umzusetzen und neue Technologien anzuwenden.

Dieser Druck besteht allerdings im gleichen Maße für Ihre Wettbewerber; er betrifft alle, die digitale Produkte und Lösungen entwickeln und damit in Märkte vordringen, die heute wettbewerbsintensiver sind als je zuvor. Wir alle wissen, dass die Notwendigkeit, die Kosten niedrig zu halten und mit dem Tempo des Wandels Schritt zu halten, so hoch ist wie noch nie und heute durchaus den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens ausmachen kann.

Dies ist jedoch keine Entschuldigung dafür, das Thema ‚Qualität‘ zu ignorieren. Es ist sogar ein Grund mehr, Qualität auf die Prioritätenliste zu setzen, wenn eine neue digitale Business-Initiative gestartet wird oder ein neues Produkt gelauncht werden soll. Qualität muss von Anfang an in die Strategie eingebettet und über den gesamten Produkt-Lebenszyklus bis zu dessen Ende aufrecht erhalten bleiben. Wenn Sie ein Produkt entwickelt haben, das nicht das erforderliche Qualitätsniveau aufweist, sind die Zeitersparnis und das Budget, das Sie eingehalten haben, unwichtig, weil das Produkt letztendlich versagt. Egal, ob es sich dabei um einen kleinen oder einen großen Fehler handelt, Ihre Kunden und Klienten werden enttäuscht sein.

Die richtige Balance finden

Wie finden Sie ein Gleichgewicht? Sowohl die Zeitrahmen als auch die Budgets von Projekten sind selten flexibel, und wenn sie erst einmal festgelegt sind und die Dinge ihren Lauf nehmen, ist es oft zu spät, noch den nötigen Spielraum für ausreichende Qualitätsmaßnahmen einzufordern. Das Problem besteht meist darin, dass viele Teams Qualität nicht früh genug berücksichtigen. Dieses Thema muss von Anfang an verstanden, eingeplant und umgesetzt werden. Ist dies nicht der Fall, wird die Qualität entweder unzureichend sein, oder die Kosten und der Zeitaufwand werden steigen, z.B. durch zusätzliche Tests oder längere QS-Phasen. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert auch einen agilen Ansatz. Unabhängig davon, was aufgebaut werden soll, müssen die Teams darauf eingestellt sein, sich anzupassen, schwierige Entscheidungen zu treffen und sogar zu scheitern, während sie weiterhin den ursprünglichen Anforderungen folgen.

Sie müssen also über das verfügen, was wir als kontinuierliche Qualität bezeichnen – was wiederum viele weitere mögliche Nuancen in die Design- und Entwicklungsprozesse bringt, und zwar während des gesamten Projekts. Sporadische Tests oder ein Aufschub aller QS-Bemühungen in der Hoffnung, dass am Projektende noch genügend Zeit dafür übrig bleibt, wird das Problem ganz bestimmt nicht lösen.

Wo steht das Internet der (Qualitäts-)Dinge?

Im Hinblick auf spezielle Märkte, z.B. den des Internets der Dinge (Internet of Things / IoT), hat dieser Kompromiss – oder Kampf – zwischen Zeit, Budget und Qualität beträchtliche Auswirkungen.

Hier besteht für Lösungsanbieter ein außerordentlich großer Bedarf, neue Technologieprodukte schnell auf den Markt zu bringen. Die Nachfrage ist so hoch, dass in einigen extremen Fällen das, was ursprünglich nur als Proof of Concept (PoC) oder als Minimum Viable Product (MVP) gedacht war, letztlich als Lösung in die Produktion geht. Dieser Druck ist für CIOs und IT-Verantwortliche auch ein Problem, wenn sie auf Anweisung ihrer Vorgesetzten hochmoderne Technologielösungen in branchenspezifische Funktionen umsetzen sollen, ohne genügend Zeit für Grundlagenforschung und den Test verfügbarer Lösungen oder Zwischenlösungen zu haben.

Hierbei liegt ein Problem darin, dass es in sich ständig verändernden IoT-Ökosystemenviele volatile Elemente und viele nicht exakt definierte Bereiche gibt. Das allein hat beim Wachstum des IoT bereits zu erheblicher Unsicherheit und Angreifbarkeit geführt. Und wenn die am Aufbau der Branche beteiligten Akteure wichtige Dinge wie ordnungsgemäße Qualitätssicherung und Test vernachlässigen, erscheinen diese Bedenken berechtigt.

Risiken erkennen und minimieren

Das IoT ist nicht nur wesentlich komplexer hinsichtlich der Implementierung als herkömmliche IT-Systeme, sondern das Wesen solcher immersiver Technologien birgt auch ein größeres Risiko, wenn man bedenkt, was alles schief gehen könnte.

Im Consumer-Bereich gibt es viele beliebte Anwendungsfälle für IoT. Denken Sie an das vernetzte Zuhause, das vernetzte Auto und ähnliche Möglichkeiten, unser Leben bequemer zu gestalten… einfach per Anschluss an das Smartphone (oder eine x-beliebige andere Schnittstelle).

Kritisch wird es, wenn diese Art von Systemen nicht von Anfang an sämtliche Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen, so dass der Verbraucher und seine persönlichen Daten gefährdet sind. Die Kunden möchten absolutes Vertrauen in die von ihnen gekauften Produkte haben können. Wenn durch ein Versehen bei der Entwicklung eines IoT-Produkts persönliche Informationen für Hacker verfügbar werden, sind die Konsequenzen für den Anbieter katastrophal.

Wenn es sich nicht nur um eine einzige Technologie handelt, sondern um eine große Gruppe von Technologien, die in einer sehr unbeständigen, offenen Umgebung kommunizieren, ist Sicherheit ein noch viel größeres Problem. Unternehmen tun viel dafür, nicht die ‚nächste Schlagzeile‘ zum Thema Hacking und Datenlecks zu liefern. Wer allerdings das Thema Qualität ignoriert, muss durchaus mit dieser Möglichkeit rechnen.

Ein brisantes Beispiel dafür – nicht nur in Bezug auf die Datensicherheit, sondern auch auf die tatsächliche, physische Sicherheit – ist der Einsatz intelligenter Stromzähler in britischen Privathäusern. Das Unternehmen, das diese Geräte herstellt, steht unter dem extremen Druck der Regierung, bis 2020 eine Zielvorgabe von 53 Millionen Stück zu erreichen. Das Rennen um die Freigabe des Zählers, um möglichst schnell in die Produktion gehen zu können, führte dazu, dass Qualitätsprotokolle in den Hintergrund rückten – und damit zu katastrophalen Ergebnissen: Eine ganze Reihe schlecht installierter Zähler führte zu Bränden in den Häusern der Menschen.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich behaupte weder, dass das IoT der Wilde Westen der IT-Welt ist, noch dass Unternehmen ohne Rücksicht auf die Sicherheit oder den Datenschutz ihrer Kunden drauflos agieren. Aber viele Probleme bei IoT-Systemen lassen sich auf Qualitätsmängel zurückführen, , da den Verantwortlichen in den Anfangstagen dieses unausgereiften Hype-Themas noch nicht klar war, wie die ‚richtigen‘ Lösungen aussehen sollten.

Leider gibt es im IoT weit weniger Benchmarks als in einer Branche wie der Bauindustrie oder sogar im Vergleich zu herkömmlichen IT-Implementierungen. Infolgedessen konzentrieren sich die Projektteams weniger auf die Etablierung von Best Practices, sondern kümmern sich lediglich um ihre eigenen KPIs. Und worauf basieren diese wohl am häufigsten? Richtig: darauf, ein Projekt pünktlich umzusetzen und innerhalb des Budgets zu bleiben.

Die Qualität immer im Auge behalten

Eine verbreitete, potenziell verheerende Gefahr bei IoT-Systemen besteht darin, dass selbst bei der Durchführung von QS und Tests nur einzelne Komponenten isoliert betrachtet werden. Die M2M-Technologie, auf der das IoT basiert, erfordert, dass Tausende von separaten Endpunkten ständig miteinander kommunizieren. Die Kompatibilität und Integration all dieser ‚Dinge‘ muss in diesem neuen Kontext gründlich getestet werden, um sicherzustellen, dass sie als Teil eines größeren Produkts oder eines umfassenderen Service funktionieren können.

Um auf die Idee einer kontinuierlichen Qualität zurückzukommen, nehmen wir als Beispiel die Datenspeicherung in einem IoT-System. Hier werden täglich riesige Datenmengen zwischen verschiedenen Sensoren und Geräten übertragen. Wenn Sie die Voraussetzungen dafür nicht von Anfang an exakt definieren, werden Sie feststellen, dass Ihr Gesamtkonzept aufgrund der riesigen Datenmenge schon nach sechs Monaten nicht mehr skalierbar ist und entweder fehlschlägt oder zurückgesetzt und neu gestartet werden muss.

Die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern und Systemintegratoren trägt wesentlich dazu bei, dass diese M2M-Beziehungen geeignet sind und durchgehend die entsprechenden Standards erfüllen. Ein von Systemintegratoren und Technologieanbietern unabhängiger Partner für die Qualitätssicherung konzentriert sich beispielsweise vollständig auf die Steuerung von Geschäfts- und IT-Risiken, um geeignete Ergebnisse zu erzielen und sicherzustellen, dass das Projekt ein Erfolg wird.

Working with the right partners and SIs goes a long way towards ensuring those M2M relationships are suitable and will always perform to the right standards. For example, a quality assurance partner who is independent of system integrators/technology providers, will be entirely focused on helping manage business and technology risks to achieve fit-for purpose business outcomes and ensure the project is a success.

Fazit

Investoren und Unternehmer möchten es vielleicht erst einmal nicht hören, aber es ist möglich, dass die Vorstellung von Termin- und Budget-Treue als höchster Priorität in den nächsten Jahren etwas herabgestuft wird – zugunsten der Qualität. Langfristig können digitale Produkte oder Initiativen zur digitalen Transformation davon nur profitieren – garantiert! Das heißt nicht, dass alles länger dauern und mehr kosten wird. Wenn Sie Qualität von Anfang an in Ihre Projekte einbetten, haben Sie die bestmögliche Chance, eine schnelle und kostengünstige Lieferung als direktes Ergebnis zu erzielen.

Das IoT wurde bereits vielfach als „vierte industrielle Revolution“ bezeichnet. Es scheint, dass, während die großen Unternehmen dieser Welt immer noch versuchen, diesen Trend zu beherrschen (oder überhaupt zu verstehen), Qualität wirklich der fehlende Schlüssel zum Erfolg sein könnte.

Leider bringt der Druck auf Firmen, den IoT-Markt zu erschließen, diese dazu, ihre Marken und ihr Image zu riskieren. Geschäftsführer sollten sich die Frage stellen, ob es sich wirklich lohnt, als erster an den Markt zu drängen, wenn der Preis dafür darin besteht, auch als erster wieder das Handtuch werfen zu müssen.

Unfortunately, the rush to break into the IoT market is putting brands and reputations at risk. Executives must ask themselves if it’s worth being the first one to enter the market if it means they’ll also be the first one to exit as well.

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