Frédérique Rebout, Global Head of Space at Expleo

Die Raumfahrtindustrie befindet sich mitten in einer Renaissance. Seit dem „Wettlauf ins All“ Mitte des 20. Jahrhunderts haben wir nicht mehr so viele Aktivitäten gesehen. Die Welt schaut wieder zu den Sternen, um Antworten zu finden. Wir lernen Frédérique Rebout, die neue Leiterin der Expleo-Raumfahrtsparte, kennen: ihren Hintergrund, warum sie glaubt, dass die Raumfahrtindustrie anders ist und ob es wirklich kleine grüne Männchen irgendwo da draußen gibt…

Frage: Hi Frédérique und willkommen bei Expleo! Könntest Du uns ein bisschen über Deinen Hintergrund erzählen und was Du getan hast, bevor Du zu Expleo kamst?

Ich komme aus dem Maschinenbau – ich habe einen Master of Engineering in Mechanik, Forschung und Entwicklung – und wie viele Leute in meiner Situation habe ich dann meinen Weg in die Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsbranche gefunden. Meine Karriere begann bei einer US-Firma namens MOOG, die von Deutschland aus arbeitet. In dieser frühen Phase bekam ich einen Vorgeschmack auf globale Arbeitsweisen mit unterschiedlichen Kulturen und Ansätzen. Nachdem ich einige Zeit damit verbracht hatte, das Wehrtechnikgeschäft von MOOG in Frankreich zu entwickeln, bekam ich die Gelegenheit, das wachsende Raumfahrtgeschäft in Europa aufzubauen. Schließlich war es an der Zeit, weiterzuziehen. Ich verbrachte einige Zeit bei Kistler, einem Anbieter von Sensortechnologie, und leitete das westeuropäische Team mit Schwerpunkt in der Test-Branche.

Frage: Du hast offensichtlich eine Leidenschaft für die Raumfahrtindustrie – was bringt Dich immer wieder zurück?

Die Branchen Defence und Space sind eng verbunden und in vielerlei Hinsicht ähnlich: Sie bewegen sich eher langsam, markieren jedoch die Spitze der Innovation. Und: In der Raumfahrt gibt es keine Grenzen. Es ist eine wahrhaft internationale Gemeinschaft, in der alle gemeinsam an Entdeckungen und Verbesserungen für die Menschheit arbeiten. Das erste Raumfahrtprojekt, an dem ich mitgearbeitet habe, war die Ariane-6-Rakete – eine Initiative der European Space Agency – bei der wir an der Vektorsteuerung für den Antrieb gearbeitet haben. Ich konnte dort diese kollaborative, innovationsgetriebene Arbeitsweise aus erster Hand erleben. Das hat meine Leidenschaft geweckt.

Frage: Hast Du Dir schon einmal gewünscht, selbst ein Space Shuttle oder einen Satelliten zu taufen?

Das ist eine schwierige Frage! Es gibt so viele Möglichkeiten. Ich habe meine Kinder Clémentine und Théophile gefragt – beide sind von der Raumfahrt begeistert – und wir haben entschieden, dass BLOOM, also Blüte, ein toller Name wäre. Er ist positiv, spiegelt Wachstum wider und verkörpert, was Weltraumforschung sein sollte.

Frage: Warum ist der Weltraum wichtig – warum sich nicht auf terrestrische Themen konzentrieren?

Es mag paradox klingen, aber wenn wir ins All fliegen, können wir mehr über die Erde lernen, als wenn wir in unserer Atmosphäre bleiben. Auch hier erlaubt uns der Schritt zurück – oder eher gesagt der Schritt hinauf – einen besseren Gesamtüberblick. Die Erforschung des Weltraums vermittelt uns ein viel tieferes Verständnis von der Erde und der Menschheit: woher wir kommen, wie die Dinge jetzt sind und wohin wir gehen werden.

Frage: Ist Dein Interesse am Weltraum nur das einer Beobachterin? Wenn morgen die ersten Kolonisatorinnen zum Mars aufbrechen würden, wärst Du dann in dem Shuttle dabei?

Nicht im ersten Shuttle! Für mich ist der Mars eine Ansammlung von roten Bergen und ich habe bereits Zugang zu einigen mehr als schönen Bergen hier in Frankreich. Wenn es allerdings die Möglichkeit gäbe, die Internationale Raumstation zu besuchen, wäre ich definitiv interessiert – ein 3-monatiger Urlaub in einem Null-G-Hotel klingt nach einer tollen Erfahrung!

Frage: Deine langfristige Zukunft liegt also bei Expleo auf der Erde? Was hat Dich dazu bewogen, dem Unternehmen beizutreten?

Die Möglichkeit, mich auf die Raumfahrtindustrie zu konzentrieren, war ein großer Anreiz für mich. Ich habe bereits erkannt, dass Expleo eine Organisation ist, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich zu verwirklichen. Ich freue mich darauf, mein Team kennenzulernen, es mit den Werkzeugen und der Freiheit auszustatten, kreativ zu sein.

Frage: Wie sieht Deine Vision für die Raumfahrtabteilung von Expleo aus?

Die Raumfahrtindustrie verändert sich. Die Zeit der großen Satelliten, zentralisierten Projekten und staatlich geförderter Agenturen als alleinige Akteure ist vorbei. Wir erleben hier gerade einen Urknall der Innovation mit vielen Start-ups, die die Branche vorantreiben und neue Möglichkeiten für Allianzen und Zusammenarbeit schaffen. Die NASA und andere werden auf Leute wie SpaceX angewiesen sein, wenn wir weiterhin Fortschritte machen wollen. Ich möchte Expleo zu einem Partner für all diese neuen Akteure machen und ein Teil dieser Reise sein.

Frage: Und zu guter Letzt, wir müssen das fragen, denn viele Menschen denken bei Weltraum an Aliens – glaubst Du, dass es da draußen andere Lebewesen gibt?

Ich wüsste nicht, warum nicht. Wenn man sich die Größe des Universums ansieht, den Urknall und wo wir herkommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es irgendwo da draußen eine Form von Leben gibt. Wir müssen nur weiter danach suchen.